Artikel | 06/11/2024 13:33:03 | 5 min Lesezeit

Sperrholz­verpackung aus Recycling­kunststoff reduziert Abfälle, Emissionen und Kosten

Sara Steensig

Redakteurin, Tulus

UPM Plywood verwendet ab sofort Palettenverpackungen aus 30 % Recyclingkunststoff. Das umfassend getestete neue Verpackungsmaterial verbessert die CO₂-Bilanz und senkt die Kosten für die Kunden.

Dem OECD Global Plastic Outlook zufolge fielen 2019 353 Mio. Tonnen Kunststoffabfälle an. Dies entspricht einer Verdopplung der Abfallmenge über einen Zeitraum von 10 Jahren. Staaten, Unternehmen und Verbraucher sind sich bewusst, dass unverzüglich gehandelt werden muss, um diese alarmierende Entwicklung aufzuhalten. 

Im Rahmen seiner weltweiten Bemühungen zur Reduzierung von Kunststoffabfällen führt UPM Plywood eine neue Folienverpackung für WISA-Birkensperrholzplatten ein. Diese werden auf Paletten mit transparenter Kunststofffolie, Holz, Karton und Papieretiketten verpackt. Fichtensperrholzplatten, die hauptsächlich im Bauwesen und bei nicht sichtbaren Anwendungen zum Einsatz kommen, werden einfach mit Umreifungsbändern aus 98 % Recyclingkunststoff zusammengebunden. Alle für WISA-Sperrholz verwendeten Verpackungsmaterialien sind recyclingfähig oder wiederverwendbar

Ab sofort wird WISA-Birkensperrholz in Verpackungen mit Recyclinganteil versandt. Das neue Verpackungsmaterial besteht zu 30 % aus bei industriellen Produktionsprozessen anfallenden Kunstoffabfällen. Dadurch können UPM Plywood und seine Kunden nicht nur ihre CO₂-Bilanz verbessern, sondern auch Geld sparen, da keine Plastiksteuer anfällt. 

Im Vereinigten Königreich wird seit dem 1. April 2022 eine Steuer auf Plastikverpackungen erhoben und die EU plant eine entsprechende Abgabe.  

"Kunststoffverpackungen mit Recyclinganteil sind für Kunden im Vereinigten Königreich von großem Interesse, da darauf keine Steuern zu zahlen sind. Das vereinfacht den Prozess und spart Geld", erklärt UK Sales Manager Joan Bailey.  

Den britischen Vorschriften zufolge gilt die Steuer für im Vereinigten Königreich hergestellte oder dorthin importierte Kunststoffverpackungskomponenten mit einem Recyclinganteil unter 30 %. Die anfallenden Steuern können sich auf über 200 GBP/Tonne belaufen. 

"Die Kunden, mit denen ich gesprochen habe, begrüßen unser Vorgehen, weil es ihnen bei ihrer Kalkulation hilft und ihre Steuerlast reduziert. Auch Kunden, in deren Geschäftsmodellen die Themen CSR und ESG eine Rolle spielen, wissen unseren Ansatz zu schätzen", so Bailey.

Umfassend geprüfte Sicherheit

Beim Transport vom Werk zum Kunden sind Sperrholzpaletten erheblichen Belastungen ausgesetzt. Die Kunststoffverpackung schützt nicht nur das Produkt vor Feuchtigkeit, sondern dient auch der Sicherheit der Personen, welche die bis zu zwei Tonnen schweren Paletten in Lagerhäusern und Häfen bewegen.

"Wenn die Verpackung nicht stabil genug ist, stellen die schweren Paletten ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar", erklärt Senior Buyer Sari Saari. Gemeinsam mit Senior Specialist Katri Karvinen und den Fachleuten in den Sperrholzwerken von UPM war sie für die Austestung der Kunststoffverpackungen mit Recyclinganteil verantwortlich.

Durchstichfestigkeit und Stabilität beim Heben gehören zu den wichtigen Anforderungen, die in realistischen Szenarien getestet wurden, z. B. im Rahmen von Kipptests, bei denen ein Gabelstapler eine Palette fallen lässt, um zu prüfen, ob der Kunststoff auch einer groben Behandlung standhält.

 
 

"Die wichtigste Aufgabe der Verpackung besteht darin, das Produkt zu schützen und die Platten zusammenzuhalten. Außerdem muss der Recyclingkunststoff problemlos in den automatischen Verpackungslinien der Werke eingesetzt werden können", erläutert Karvinen.

Das UPM Sperrholzwerk Savonlinna verwendet das neue Kunststoffmaterial bereits. Auch das UPM Sperrholzwerk in Joensuu hat das neue Verpackungsmaterial erfolgreich getestet und wird es in Kürze einsetzen. Ziel ist, dass bis Ende 2024, alle UPM Sperrholzwerke Verpackungen aus mindestens 30 % Recyclingkunststoff nutzen.

Die Austestungen waren zwar zeitaufwändig, verliefen aber überraschend reibungslos, so Karvinen und Saari übereinstimmend. Wenn die notwendigen Prozesse erst einmal eingeführt sind, wird es in Zukunft einfacher sein, den Recyclinganteil zu steigern. 

Bereit für zukünftige Gesetzgebung 

Die neue Verpackung spart natürliche Ressourcen und Energie. Sie reduziert Kohlenstoffemissionen und Abfälle und unterstützt gleichzeitig die Kreislaufwirtschaft. Die Reduktion der Emissionen lässt sich einfach berechnen: Der Einsatz von 30 % Recyclingkunststoff verringert die CO₂-Emissionen um rund 30 %.

Für die zahlreichen WISA-Kunden im Vereinigten Königreich ist der Rezyklatanteil von 30 % in den WISA-Sperrholzverpackungen eine gute Nachricht, weil er ihnen hilft, die Plastiksteuer zu sparen. Auch die EU zielt auf die Reduzierung von Kunststoffabfällen ab und plant eine Neuerung der Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle (Richtlinie 94/62/EG), die genau wie im Vereinigten Königreich eine Steuer vorsieht.

UPM Plywood wird sich aber nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen: Es wurden bereits erste Tests mit Verpackungen aus 35 % Recyclingkunststoff durchgeführt, und der Recyclinganteil soll weiter gesteigert werden. Darüber hinaus ist die Entwicklung von Verpackungen aus Verbraucherabfällen geplant.

"Bei unseren Nachhaltigkeitsanstrengungen zielen wir darauf ab, zukünftige Veränderungen zu antizipieren", so Jaakko Paloheimo, Sustainability Manager, UPM Plywood. Zum Kundenversprechen "Responsibility Made Easy" von UPM Plywood gehört es auch, eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Das bedeutet laut Paloheimo, auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten in die Unternehmensverantwortung zu investieren.

"Alle Entwicklungsaktivitäten und Maßnahmen sind auf eine bessere Zukunft ausgerichtet. Allerdings müssen die Investitionen auch zur Marke des Kunden passen. Unsere Ziel ist stets eine Win-win-win-Situation – für den Kunden, für die Umwelt und für uns." 

 
 
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