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Artikel | 11/22/2022 13:41:25 | 7 min Lesezeit

Bo Benzons Umweltrevolution durch Sperrholz

Der dänische Architekt Bo Benzon glaubt an Gemeinschaften, Synergien und Kompromisslosigkeit – und versucht, durch den Einsatz von jeder Menge Sperrholz unsere Beziehung zur bebauten Umgebung zu revolutionieren.

Im September 2022 schmückten 50 weiße Sockel den Königsplatz (Kongens Nytorv) in Kopenhagen, der anlässlich des Festivals für Stadtgeschichte “Golden Days” in „Königinnenplatz“ umbenannt wurde. Die Sockel repräsentieren einige der wichtigen, aber vergessenen Frauen der dänischen Geschichte. Sie wurden vom Unternehmen des Architekten Bo Benzon, Arkitekturministeriet, im Rahmen einer Projektzusammenarbeit mit Golden Days, BIG, Meta, Accenture Song und Kunsthal Charlottenborg errichtet und bilden den bisherigen Höhepunkt von Benzons Suche nach verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten von Holz, insbesondere Sperrholz. 

UPM WISA-Fichtensperrholz ist ein Material, das sich in Gebäuden normalerweise dem Auge entzieht. Doch bei diesem Projekt war es erstmalig deutlich sichtbar. Wie die vergessenen Frauen, für die das Kunstwerk steht. 

Dank eines Sponsorings von UPM konnte Benzon die Sockel trotz eines begrenzten Budgets aus einem seiner Lieblingsmaterialien anfertigen: WISA-Spruce Fichtenfurniersperrholz von UPM. Am Abend vor der Eröffnung stieß jedoch eine alkoholisierte Gruppe zwölf Sockel um. Glücklicherweise konnten Benzon und seine Mitarbeiter zwanzig Personen mobilisieren, die die Sockel rechtzeitig zur Eröffnung, an der auch die Königin von Dänemark teilnahm, wieder aufstellten und reparierten. 

„Der Vorfall hat immerhin die Haltbarkeit von WISA-Spruce Fichtenfurniersperrholz bewiesen. Die Säulen stießen wie Dominosteine mit gewaltiger Kraft aufeinander. Schließlich sind sie sehr massiv. Dennoch waren die Kratzer so minimal, dass die Sockel nach ein wenig Schleifen und Lackieren wieder einsatzbereit waren“, sagt Benzon. 

Architektur, die die Welt verändert 

Nachdem er am Aufbau des weltberühmten Designstudios BIG beteiligt war, gründete Benzon vor etwa 15 Jahren sein eigenes Unternehmen. Es trägt den Namen „Arkitekturministeriet“, was auf Dänisch „das Architekturministerium“ bedeutet. Offiziell wird es jedoch als AMPD bezeichnet, um nicht mit einem tatsächlichen Ministerium verwechselt zu werden. 

Vergänglichkeit war schon immer das übergreifende Thema bei Arkitekturministeriet. „Wir arbeiten nicht mit Beton und Ziegelsteinen. Stattdessen dekorieren wir Restaurants, Geschäfte, Messestände und Skihotels und bauen Sets für Musikvideos, TV-Programme, Festivals und Pop-ups auf der ganzen Welt.“ 

Foto: AMPD-Arkitekturministeriet 

Das Unternehmen ist nicht nur ein Designstudio, sondern auch eine Werkstatt. „Wir verfolgen einen umfassenden Ansatz. Der Entwurf und Bau von Projekten erfolgt sowohl in der Werkstatt als auch vor Ort. Oft bauen wir Projekte anschließend wieder ab und können so die Materialien aufbewahren.“ 

Einer der ersten großen Aufträge des Unternehmens war, das Rathaus und den Hauptplatz in Kopenhagen für den Klimagipfel COP15 im Jahr 2009 zu dekorieren. Dabei hat Benzon WISA-Spruce Fichtenfurniersperrholz für sich entdeckt. 

„Es ist ein tolles Material: weich und hell, nicht zu schwer, aber trotzdem sehr stabil. Es eignet sich gut für zeitlich begrenzte Projekte, ist aber gleichzeitig beeindruckend langlebig“, erklärt der Architekt, der aufgrund seiner handwerklichen Fertigkeiten häufig für einen Zimmermann gehalten wird.  

Seit dem Klimagipfel hat Arkitekturministeriet rund 1.500 Projekte ausgeführt, also durchschnittlich 100 pro Jahr. Viele der Partner, wie beispielsweise Golden Days und UPM, sind immer noch dabei. Zahlreiche weitere Partner schlossen sich später an, so zum Beispiel Maersk, Carlsberg, Red Bull, Zulu Comedy Gala und Copenhagen Airport. 

„Wir arbeiten aus Leidenschaft und Freude, um etwas für andere zu tun und eine bessere Welt zu schaffen. Für die meisten Unternehmen geht es nur um Gewinn. So heben wir uns von anderen ab.“ 

Hochwertiges Holz 

Recycling spielt bei Arkitekturministeriet eine große Rolle, und WISA-Spruce Fichtenfurniersperrholz ist perfekt für die Wiederverwendung geeignet, erklärt Benzon. „Wenn wir beispielsweise Sets bauen, die nur für kurze Zeit im Einsatz sein sollen, verwenden wir viel Sperrholz wieder, da das Material gut dafür geeignet ist.“ 

Als Beispiel dafür, was WISA-Spruce Fichtenfurniersperrholz zu bieten hat, nennt er den provisorischen Bahnhof für das Roskilde Festival, den er 2017 entwarf. Die 90 Meter lange und 12 Meter hohe Anlage – und somit der wahrscheinlich größte provisorische Bahnhof der Welt – wurde 2018 erstmals errichtet und im darauffolgenden Jahr erneut aufgebaut. Während der Coronapandemie in den Jahren 2020 und 2021 wurde der Bahnhof nicht errichtet, und der Großteil des Sperrholzes wurde bis zur Wiederverwendung für das Festival im Jahr 2022 im Freien gelagert. 

Foto: AMPD-Arkitekturministeriet 

„Diese unbehandelten Platten, die einfach nur rot lackiert sind, stehen seit fünf Jahren draußen. Dieses Jahr haben wir ein paar davon ausgetauscht, aber aus rein ästhetischen Gründen. Das zeigt, wie hochwertig dieses Holz ist“, sagt Benzon und fügt hinzu, dass das Sperrholz auch für das nächste Jahr wieder aufgehoben wird. 

Nachhaltige Bausteine nach dem Lego-Prinzip 

Das Beispiel des Bahnhofs für das Roskilde Festival stellt unter Beweis, dass temporäre Lösungen äußerst nachhaltig sein können. 

„Vergänglichkeit ist die Beständigkeit unserer Zeit“, sagt Benzon. Diese Denkweise setzt er mit seinem relativ neuen Unternehmen Nova Tegra im großen Stil um. Das Unternehmen fertigt „nachhaltige und ästhetische Bausteine nach dem Lego-Prinzip“, die unter anderem aus Sperrholz von UPM bestehen: Für die Außenstrukturen kommt WISA-Spruce Fichtenfurniersperrholz und für die Innenräume WISA-Birch Birkenfurniersperrholz zum Einsatz. 

Die ersten sechs standardmäßigen Lego-Bausteine aus den 1940er Jahren können auf über 915 Millionen verschiedene Weisen zusammengebaut werden. Genau darauf zielt Benzon auch mit den Nova Tegra-Bausteinen ab. Wie Lego-Bausteine sollen auch Nova Tegra-Bausteine zerlegt und für neue Konstruktionen verwendet werden können. 

„Stellen Sie sich vor, Sie nutzen als Student ein einziges Holzmodul. Wenn Sie einen Partner haben, erweitern wir diesen Bereich ein wenig. Wenn Sie Kinder bekommen, fügen wir zwei Module hinzu. So geht es immer weiter, bis Sie irgendwann eine Großfamilie mit Großeltern, Enkelkindern und erwachsenen Kindern haben, die bei 48 Modulen alle zu Hause wohnen können. Mit zunehmendem Alter bauen Sie die Module wieder zurück“, erklärt Benzon. 

„So, wie sich Ihre Lunge Ihrer Atmung anpasst, kann sich auch Ihr Zuhause entsprechend Ihrer Bedürfnisse ausdehnen und zusammenziehen. Nach dem Prinzip sollten wir meiner Meinung nach die Welt gestalten.“ 

Foto: Nova Tegra

Benzon verwendet sogenannte Schraubfundamente, riesige Schrauben aus teilweise recyceltem Stahl, die direkt in den Boden eingeschraubt werden. „Man hinterlässt dabei keinerlei Spuren. Unsere Bauwerke können 100–200 Jahre lang stehen bleiben, aber wir können sie auch innerhalb eines Nachmittags an einen anderen Ort verlegen.“ 

Eine grüne Revolution 

Den Architekten treibt eine leidenschaftliche Vision für eine bessere Gesellschaft an. Während des zweistündigen Interviews sprechen wir über den Urknall, Brandschutzvorschriften und viele weitere Themen. 

„Politiker sagen, dass uns Lösungen für das Klimaproblem fehlen. Aber das stimmt nicht! Die Lösungen bestehen seit 50 Jahren. Es gelingt uns nur nicht, uns mental anzupassen und sinnlose Regeln zu beseitigen“, sagt Benzon und zitiert Charles Darwin: „Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, sondern diejenige, die am besten auf Veränderungen reagiert.“ 

Text: Sara Steensig

Hauptfoto: Bo Benzon

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